Rog Ljubljana

Dieses ist mein persoehnliches Statement zu den Ereignissen in Rog in der Nacht vom 12. auf den.13.1.2019.

In der Nacht vom 12. auf den 13. Januar hat es in der besetzten Fabrik Rog in Ljubljana, im sogenannten Mittelbau gebrannt. Der Brand brach in dem von mir zeitweise bewohnten Teil des Gebaeudes aus. Es ist ein absolutes Wunder, dass sowohl mein Hund Bragi als auch ich selber ueberhaupt noch am Leben sind. Nahezu meine gesamte Habe ist verbrannt.

Am Abend hatte mich eine gute Freundin besucht. Ich hatte Rotwein getrunken und gebe zu, nicht mehr ganz nuechtern gewesen zu sein. Kurz nachdem meine Bekannte, weg gegangen ist, bin ich mit Bragi die letzte Runde gegangen. Nach meiner Rueckkehr habe ich mich zum Schlafen legen fertig gemacht. Dazu gehoert auch das Schliessen saemtlicher Klappen am Ofen. Danach habe ich mich im kleineren Raum zum Schlafen gelegt, bin aber teilweise bekleidet (Hosen, Schuhe hatte ich noch an) eingenickt, Als ich wieder aufgewacht bin habe ich mich bereits im Kampf um Leben und Tod befunden. Vermutlich hat Bragi mich geweckt und ich bin aufgestanden und dadurch in den dichten Rauch geraten. Ich konnte nichts sehen, weil alles absolut dunkel von Rauch war, Ich habe keine Luft bekommen und ein sattes Quantum Rauchgas eingeatmet.
Ich war in Panik und hatte nicht die geringste Ahnung wie ich aus dem Raum kommen soll. Irgendwann habe ich dann ein Fenster gefunden wodurch ich die Orientierung wieder gewann und es mir gelang aus dem Raum zu laufen. Waere ich nur eine Sekunde laenger ohne Sauerstoff gewesen, waere ich bewusstlos zusammen gebrochen und jetzt tot. Zunaechst rannte ich in den anderen Fluegel des Gebaeudes und erst jetzt wurde ich gewahr, dass Bragi nicht bei mir ist. Zum Glueck kam er sofort auf mein Rufen angerannt und zwar aus dem verrauchten Bereich. Danach liefen wir dann ins Freie.
Es war knapp unter Null Grad und ich war nur mit einem T-Shirt bekleidet. Kurze Zeit spaeter traf ein riesiges Aufgebot von Ambulanz, Feuerwehr und Polizei ein. Mein Gesicht und Haende waren schwarz. Ich war unter Schock, traumatisiert und hatte eine Rauchvergiftung. In diesem Zustand bin ich nach Metelkova gelaufen, weil eine Bekannte in der Nacht dort gearbeitet hat und ich hoffte sie koennte eine Freundin von mir verstaendigen. Leider hatte sie schon Feierabend und Bragi und ich gingen zurueck zu Rog. Trotzdem hat mich niemand der professionellen “Helfer” beachtet und zwar ueber einen Zeitraum von mindestens 1 1/2 Stunden.
Es war schliesslich die Polizei, die mich als erstes beachtet hat. Man beschuldigte mich den Brand gelegt zu haben. Die Lage eskalierte vollkommen, als mich vier Polizisten zu Boden warfen und mir Handschellen anlegten. Zusaetzlich zu meiner Rauchvergiftung hat mir das noch mehrere Schuerfwunden an Ellenbogen und Schienbein und eine angeschlagene Kniescheibe eingebracht.
Letztlich wurde auf mein Draengen meine Bekannte verstaendigt um Bragi einzusammeln und ich willigte einen Transport ins Krankenhaus ein.
Fast die gesamte Zeit in der Klinik wurde ich von der Polizei bewacht.
Nun moechte ich zusammen fassen, was ich heute zum Brandhergang in Erfahrung bringen konnte.
Vorweg schicken muss ich, dass sich fuer diesen Teil des Gebaeudes ein Bekannter verantwortlich zeigt, der mir erlaubt hat dort hin und wieder zu uebernachten. Als ich die Raeume das erste Mal gemeinsam mit ihm betrat, war der Ofen nicht angeschlossen. Er hat dann in sehr hektischer Weise das Ofenrohr wieder befestigt. Dabei hat er mehrfach das Ofenrohr durch die Decke nach draussen auf und ab bewegt, In diesem Zusammenhang sagte er zu mir, er muesse vorsichtig sein, da er an dieser Stelle das Dach mit etwas isoliert hat, dass er dort nicht verwenden sollte. Soweit ich mich erinnere war es Styropor.
Ferner moechte ich vorweg anmerken, dass haette ich irgendetwas Dummes getan, was schlussendlich zum Brand gefuehrt haette, eine sehr grosse Wahrscheinlichkeit dafuer bestuende, dass ein offenes Feuer im Bereich des Ofens ausgebrochen waere.

Tatsaechlich habe ich, nach meiner Entlassung aus Krankenhaus und Polizei folgendes gesehen und gehoert:

Heute (13.1.) Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr war ich in Rog um zu sehen, was von meinen Dingen zu retten ist. Natuerlich fast nichts.
Als erstes habe ich zwei Menschen getroffen, die mir nicht nur warme Oberbekleidung gaben, ich war immer noch nur mit T-Shirt bekleidet, sondern mir auch erzaehlten, sie haetten gehoert die Kriminaltechniker seien zu dem Schluss gekommen der Brand sei
durch ein nicht sachgemaess installiertes Ofenrohr enstanden.
Dazu passte was ich dann an der Brandstelle zu sehem bekam.

– In allen drei Raeumen war der Fussboden nahezu unversehrt. Vor dem Ofen hatten die Kriminaltechniker den Schutt beiseite geschaufelt, der Boden darunter war nicht mal angekohlt. Ebenfalls war der Ofen selber von aussen immer noch weiss.Statt
dessen war die Decke vollkommen verbrannt. Ueberall lagen Fetzen von Glaswolle rum. Offensichtlich hat die Feuerwehr die Zimmerdecke runter gerissen um einen Schwelbrand dort zu loeschen.
– Die Fensterrahmen waren ebenfalls nicht verbrannt sondern lediglich angekohlt.
– Als ich in Panik um mein Leben kaempfte war es stockfinster, es war keine Flamme zu sehen. Das obwohl in der naeheren Umgebung
des Ofens jede Menge brennbarer Materialien lagen. Um den Raum zu verlassen musste ich direkt an dm Ofen vorbei, Es war keine Flamme zu sehen. Erst als ich die Tuer zum Treppenhaus oeffnete habe ich hinter mir einen lauten Knall, wie eine Detonation gehoert. Ich vermute, dass durch Suerstoffzufuhr der offene Brand ausgebrochen ist.
– Als ich Bragi rief kam er sofort angerannt. Aus dem Raum. Weder war sein Fell angebrannt noh hat er etwas vom Rauch ab bekommen.

Der Gesamteindruck der Situation war der, dass der Brand als Shwelbrand unter der Decke in der unmittelbaren Naehe des Ofenrohrs begann. Es war in allen Bereichen deutlich sichtbar, dass es von oben nach unten gebrannt hat. Der Fussboden war kaum angesengt und viele Dinge am Boden waren noch vorhanden.

Es ist offensichtlich, dass ich den Brand weder verursacht noch sonst irgendwas damit zu tun habe!

Update 16.1.2019: Gestern war ich auf der Polizei. Habe alles genau geschildert wie oben. 2 Stunden 15 min. Vernehmung. Am Ende hat die Uebersetzerin zu mir gesagt der vernehmende Polizist sei der Kriminaltechniker, der vor Ort war und er hat gesagt, “Alles was er (ich) gesagt hat ist absolut korrekt”. Genau das selbe habe er vor Ort ermittelt. Vielleicht werde ich hier demnaechst noch das Protokoll veroeffentlichen. Vier Seiten auf Slowenisch. Ich jedenfalls bin erstmal erleichtert, das  zumindest die Polizei nicht glaubt, dass ich den Brand verursacht habe. Aber es gibt auch hier in Ljubljana noch ein paar Unbelehrbare. Jedenfalls meinen gute Freunde, die ich hier durchaus noch habe, es sei besser die Stadt zu verlassen. Im Moment habe ich nichts, wo ich dauerhaft bleiben koennte, kein Einkommen und keinen Pass. Von mehreren Leuten habe ich Bekleidung bekommen. Vielen Dank dafuer.

 

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