Wilhelmsburg

Die ersten 6 1/2 Jahre meines Lebens verbrachte ich in Hamburg-Wilhelmsburg. Aus dieser Zeit habe ich noch reichlich Photos von denen ich zum Teil nicht die geringste Ahnung habe, wo sie aufgenommen wurden. Bei einigen Photos habe ich Gesichter unkenntlich gemacht, weil mir kein Einverständnis der betreffenden Personen vorliegt. Da ich insgesamt jede Menge Fragen zu dieser Zeit habe, habe ich nunmehr diese Seite erstellt und hoffe, dass es in der Netzgemeinde ein paar alte Wilhelmsburger gibt, die mir vielleicht weiter helfen können. Wenn jemand irgendetwas zu meinen Fragen sagen kann, einfach die Kommentar-Funktion auf dieser Seite benutzen. Kommentare werden nicht automatisch online sichtbar, sondern sie müssen von mir erst freigegeben werden. Es ist also durchaus möglich, in einem Kommentar Kontakt-Daten zu hinterlegen, ich melde mich dann umgehend! 🙂 Vielen Dank schon mal an alle Wilhelmsburger!

P.S.: Abseits von meinen Fragen ist das Ganze jetzt doch zu einem Sammelsurium persönlicher Kindheitserinnerungen ausgeartet. Ich hoffe doch, das es da draußen Menschen gibt, die ich doch noch in irgendeiner Art und Weise damit erfreuen kann! 🙂 Sobald im Text Fragen von mir auftauchen, sind diese dann fett geschrieben. Ein Klick auf die Bilder vergrößert diese.

Doch chronologisch:

Am 4.11.1967 wurde ich in der “Klinik Dr. Lemke” in der Mannesallee 19 geboren.

Impfbuch Klinik_L2

Das Gebäude beherbergt heute ein Altenheim, das “Schefflerheim”, deren Homepage ist zu entnehmen, dass das Haus 1958 erbaut wurde und bis 1985 eine Frauenklinik war.

Und das bin ich:                                    Zwei Tage später wurde meine Existenz dann mit Stempel besiegelt:

Ich1c                      Geburtsurkunde2

Ganz offensichtlich entstand dieses Photo kurz nach meiner Geburt noch in der Klinik. 1 1/2 Monate später wurde ich getauft und zwar am 17.12.1967 in der Reiherstiegkirche, die heute Emmauskirche heißt. Das Kirchenschiff wurde im 2. Weltkrieg vollständig zerstört und nach dem Kriege neu gebaut, nur der Turm ist noch original.

Reiherstiegkirche                                         Reiherstiegkirche2

Wie man an der Abbildung des Impfbuches sehen kann, wohnten wir damals am Vogelhüttendeich 162. Als ich etwa ein halbes Jahr alt war zogen wir dort weg, so dass ich natürlich gar keine Erinnerungen an diese Zeit habe. Von meiner Mutter weiß ich, dass das Haus in dem wir wohnten nur ein Gemeinschaftsplumpsklo auf dem Hof hatte, das nicht beheizt und im Winter entsprechend kalt war. Das war dann wohl auch der Grund, warum wir da weg gezogen sind.

…und hier fangen dann auch schon die Fragen an! Das Gebäude ist schon vor Jahren abgebrochen worden. An der Stelle befindet sich heute kein Gebäude, sondern ein leeres Grundstück. Gibt es noch Menschen, die sich an das Haus Vogelhüttendeich 162 erinnern können? Vielleicht sogar Photos davon haben? Ich habe bis heute keine Ahnung wie dieses Gebäude aussah. Das Haus muss unweit des Jaffe-Davids-Kanals gestanden haben. Heute sieht es dort so aus:

Vogelhüttendeich

Wir zogen von dort dann den Vogelhüttendeich ein paar Hundert Meter weiter runter in den Schutenort am Ernst-August-Kanal. Und zwar in das rechte dieser beiden kleinen Häuschen:

Schutenort

Was ich weiß ist, dass sich in dem linken Häuschen ein Milchgeschäft und im rechten ein Krämerladen befunden haben, also bevor wir dort einzogen. In der Halle links davon war, meine ich mich zu erinnern, eine Glaserei, rechts davon muss dann schon das Eckhaus Ilenbrook gestanden haben. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen etwa 3 Wohnblocks, die später abgerissen wurden, ich meine, dass zu “meiner Zeit” schon ein Großteil der Wohnungen darin leer standen. Auch glaube ich mich daran zu erinnern, dass diese Blocks als Ganzes im Volksmund “Judentempel” genannt wurden.

Ich suche händeringend *alles* an Photos, Informationen, Erinnerungen zu dem Bereich Schippersort, Schutenort und Ilenbrook! Kann mir jemand sagen, warum die Häuser gegenüber”Judentempel” genannt wurden?

Ein Blick in “unseren” Hinterhof. Die junge Dame neben mir ist meine erste Freundin bzw. Spielkameradin Andrea W.. Als wir uns kennen lernten war sie 1 und ich 2. Sie wohnte um die Ecke im Ilenbrook. Falls sie das hier sieht: Melde Dich mal! 🙂

Schutenort01 Wilhelmsburg14

Hinter der Mauer rechts war ein Ilenbrook Hinterhof. In dem Schuppen hat mein Vater Kosmetika angerührt und an die Friseure in der Umgebung verkauft. Kann sich vielleicht jemand daran erinnern? Der Firmenname war “Peka” für “Paulsen Kosmetik”. Vielleicht hat ja jemand damals, also Ende 1960er/Anfang 1970er Jahre, solche Flaschen beim Friseur gesehen:

Peka

 

Eingeschult wurde ich gleich zweimal. Zuerst wurde ich im Alter von noch 5 Jahren 1973 in der Schule Fährstraße eingeschult. Schon bald merkten meine Eltern aber, dass das wohl zu früh war, nahmen mich wieder raus und ich wurde 1974 in der selben Schule nochmal eingeschult. Das ist die Einladung von 1973:

DSCN1895 DSCN1898

Die Schule bestand aus drei Teilen, dem Altbau, dem Kreutzbau, in dem mein Bruder zur Schule ging und nach hinten raus wurden gerade die Container-Klassen aufgestellt, in denen auch ich unterrichtet werden sollte.

Fährstraße_Einschulung_jens12Fährstraße1Fährstraße_Einschulung_ich

Links bin ich bei der Einschulung meines Bruders zu sehen. Ich bekam damals die kleine “Trost-Schultüte”. Rechts bin ich bei meiner eigenen Einschulung, ich weiß aber nicht ob 1973 oder 1974. Das schwarz/weiß Bild zeigt die Container-Klassen.

Ich habe von damals auch noch ein Klassenphoto und ich vermute stark, dass das Bild von 1974 ist:

Fährstraße

Die einzige Person, die ich auf dem Bild erkenne bin ich selber: 2. Reihe von vorne und 2. von links mit weißem Kragen und Knopfleiste. Erkennt sich irgendjemand auf dem Photo wieder? Weiß jemand, wer die Lehrerin ist?

Mein Vater hatte begonnen auf dem Lande zu bauen und 1974 sind wir dann dorthin gezogen. Hier endet meine Zeit in Wilhelmsburg. Ich selber wollte da nicht weg, aber wer fragt schon einen 6 jährigen? 😉 Als ich in späteren Jahren bei meinen Eltern auszog hat es mich nach Kiel verschlagen, aber selbst nach fast 30 Jahren fühle ich mich immer noch nicht als Kieler, sondern als Wilhelmsburger und jedes Mal in meinem Leben wenn ich ein amtliches Formular ausfüllen musste schrieb ich stets in das Feld für den Geburtsort “Hamburg-Wilhelmsburg”. Ich glaube in meinem Personalausweis stand das sogar jahrelang dann auch so drinnen, bis die Behörden das “Wilhelmsburg” irgendwann weg ließen….  😉

 

Meine Hamburg Erinnerungen

 

(c) Copyrights Mai 2016 by Jörg Paulsen. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

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